Ein Zeitarbeiter kann von einem Entleihunternehmen in eine Festanstellung übernommen werden, sobald der Einsatz endet oder auch schon während der laufenden Überlassung, sofern der Zeitarbeitsvertrag das erlaubt. Der Übergang ist rechtlich klar geregelt und für alle Beteiligten freiwillig. Die folgenden Fragen klären, wie der Prozess abläuft, was er kostet und wie du als Zeitarbeiter deine Chancen auf eine Übernahme aktiv verbessern kannst.
Wann darf ein Unternehmen einen Zeitarbeiter übernehmen?
Ein Unternehmen darf einen Zeitarbeiter grundsätzlich jederzeit in ein direktes Arbeitsverhältnis übernehmen. Endet der Überlassungszeitraum, steht einer Einstellung nichts im Weg. Auch während einer laufenden Überlassung ist eine Übernahme möglich, wenn der Zeitarbeitsvertrag keine Sperrfrist enthält oder diese bereits abgelaufen ist.
Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt, dass Zeitarbeitnehmer maximal 18 aufeinanderfolgende Monate bei demselben Entleihunternehmen eingesetzt werden dürfen. Spätestens nach Ablauf dieser Höchstüberlassungsdauer muss entweder eine direkte Anstellung erfolgen oder der Einsatz endet. Viele Unternehmen nutzen diese Frist bewusst als verlängerte Probezeit, um Mitarbeiter kennenzulernen, bevor sie eine unbefristete Stelle anbieten, also eine Art Zeitarbeit unbefristet in Aussicht stellen.
Wichtig: Manche Tarifverträge oder individuelle Überlassungsverträge sehen Wartefristen oder Ablösesummen vor. Diese sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorab prüfen.
Wie läuft der Übernahmeprozess konkret ab?
Der Übernahmeprozess beginnt in der Regel mit einem Gespräch zwischen dem Entleihunternehmen und dem Zeitarbeiter. Das Unternehmen unterbreitet ein konkretes Vertragsangebot, der Zeitarbeiter prüft die Konditionen, und bei Einigkeit wird ein neuer Arbeitsvertrag direkt mit dem Entleihunternehmen geschlossen. Der bisherige Zeitarbeitsvertrag endet damit.
Die typischen Schritte im Überblick:
- Das Entleihunternehmen signalisiert Interesse an einer Festanstellung.
- Es folgt ein formelles Gespräch über Gehalt, Arbeitszeiten und Position.
- Der Zeitarbeitgeber wird informiert und stimmt der Auflösung des Überlassungsvertrags zu.
- Ein neuer Arbeitsvertrag wird zwischen dem Arbeitnehmer und dem Entleihunternehmen unterzeichnet.
- Der Zeitarbeitsvertrag wird zum vereinbarten Datum beendet.
In der Praxis läuft vieles informell: Ein gutes Verhältnis zum direkten Vorgesetzten und eine klare Kommunikation über den eigenen Wunsch nach einer Festanstellung beschleunigen den Prozess erheblich.
Muss der Zeitarbeiter einer Übernahme zustimmen?
Ja, eine Übernahme in eine Festanstellung ist immer freiwillig. Kein Arbeitnehmer kann gegen seinen Willen in ein neues Arbeitsverhältnis gezwungen werden. Die Entscheidung liegt ausschließlich beim Zeitarbeiter selbst, der das Angebot annehmen, ablehnen oder nachverhandeln kann.
Das gilt auch umgekehrt: Das Entleihunternehmen ist nicht verpflichtet, eine Übernahme anzubieten, auch wenn die 18-Monatsfrist ausläuft. In diesem Fall endet der Einsatz schlicht, und der Arbeitnehmer bleibt beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt und wird neu vermittelt. Gerade für Quereinsteiger und Menschen, die nach einer längeren Pause wieder ins Berufsleben einsteigen, bietet die Zeitarbeit hier echte Sicherheit: Man kann eine Stelle kennenlernen, ohne sich sofort festlegen zu müssen.
Welche Kosten entstehen für das Entleihunternehmen bei einer Übernahme?
Bei der Zeitarbeit Kalkulation einer Übernahme müssen Entleihunternehmen mögliche Ablösezahlungen an das Zeitarbeitsunternehmen einplanen. Diese Ablösegebühr ist vertraglich geregelt und sinkt in der Regel, je länger der Arbeitnehmer bereits im Einsatz war. Nach Ablauf der maximalen Überlassungsdauer von 18 Monaten entfällt die Ablöse vollständig.
Hinzu kommen die regulären Kosten einer Festanstellung:
- Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung
- Gegebenenfalls Kosten für Einarbeitung oder Weiterbildung
- Verwaltungsaufwand für Vertragsgestaltung und HR-Prozesse
Langfristig ist eine Übernahme für viele Unternehmen dennoch wirtschaftlich sinnvoll, da der Mitarbeiter das Unternehmen bereits kennt und keine erneute Anlernphase nötig ist. Der Wegfall der Zeitarbeitsmarge kann die Gesamtkosten sogar senken.
Was ändert sich für den Arbeitnehmer nach der Übernahme?
Nach einer Übernahme gilt ein komplett neuer Arbeitsvertrag direkt mit dem Entleihunternehmen. Der Arbeitnehmer ist nun fest angestellt, hat Anspruch auf alle betrieblichen Leistungen und Sozialleistungen des neuen Arbeitgebers und genießt den vollen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, sobald die gesetzliche Probezeit abgelaufen ist.
Folgende Punkte ändern sich konkret:
- Arbeitgeber: Nicht mehr das Zeitarbeitsunternehmen, sondern das Entleihunternehmen ist der direkte Arbeitgeber.
- Gehalt: Häufig steigt das Gehalt, da die Zeitarbeitsmarge wegfällt und direkte Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen gelten.
- Urlaubsanspruch und Sozialleistungen: Diese richten sich nun nach den internen Regelungen des neuen Arbeitgebers.
- Betriebszugehörigkeit: Die Betriebszugehörigkeit beginnt neu, was bei Kündigungsfristen und Abfindungsansprüchen relevant ist.
Für viele Arbeitnehmer bedeutet eine Übernahme vor allem mehr Planungssicherheit und ein stärkeres Gefühl der Zugehörigkeit zum Team.
Wie erhöht man als Zeitarbeiter die Chancen auf eine Übernahme?
Wer als Zeitarbeiter übernommen werden möchte, sollte aktiv daran arbeiten. Zuverlässigkeit, Eigeninitiative und eine offene Kommunikation über den eigenen Wunsch nach einer Festanstellung sind die wichtigsten Faktoren. Unternehmen übernehmen bevorzugt Mitarbeiter, die sich ins Team integriert haben und Verantwortung übernehmen.
Konkrete Tipps:
- Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind die Basis. Klingt selbstverständlich, macht aber in der Praxis den größten Unterschied.
- Proaktiv kommunizieren: Sprich offen mit deinem Vorgesetzten darüber, dass du dir eine Festanstellung wünschst. Wer nichts sagt, wird oft übersehen.
- Über den Tellerrand schauen: Biete Hilfe auch außerhalb deines direkten Aufgabenbereichs an, wenn es die Situation erlaubt.
- Weiterbildung zeigen: Wer eigene Qualifikationen mitbringt oder ausbaut, zum Beispiel als Zeitarbeit Schlosser mit Zusatzqualifikation, fällt positiv auf.
- Netzwerk aufbauen: Gute Beziehungen zu Kollegen und Teamleitern erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass man bei freien Stellen als Erstes gefragt wird.
Der Fachkräftemangel in der Zeitarbeit spielt dabei in vielen Branchen in die Karten der Arbeitnehmer: Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind rar, und Unternehmen halten gerne an bewährten Kräften fest.
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