In der Zeitarbeit gibt es keine absolute Obergrenze für den Lohn nach oben, aber es gibt wichtige Regelungen zur Lohngestaltung. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz regelt vor allem Mindeststandards und das Equal-Pay-Prinzip, nach dem du nach einer bestimmten Zeit den gleichen Lohn wie vergleichbare Stammmitarbeiter erhalten musst. Die tatsächliche Höhe deines Lohns hängt von Tarifverträgen, der Branche und deiner Qualifikation ab. Hier erfährst du, welche Regelungen für deine Vergütung gelten und was du tun kannst, wenn du denkst, dass dein Lohn nicht stimmt. Besonders im maritimen Bereich und in der Offshore-Windbranche gelten spezifische Tarifverträge, wer die kennt und einen erfahrenen Partner an der Seite hat, ist klar im Vorteil.

Was bedeutet Lohndeckelung in der Zeitarbeit eigentlich?

Der Begriff Lohndeckelung wird oft missverstanden. Es geht dabei nicht um eine Obergrenze, die verhindert, dass du mehr verdienst. Vielmehr beschreibt der Begriff verschiedene Regelungen, die festlegen, wie dein Lohn als Zeitarbeitnehmer gestaltet wird. Im Kern geht es darum, dass deine Vergütung sich an bestimmten Rahmenbedingungen orientiert, etwa an Tarifverträgen oder am Lohn der Stammbelegschaft im Einsatzbetrieb.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz schafft den rechtlichen Rahmen für diese Regelungen. Es stellt sicher, dass du als Zeitarbeitnehmer nicht dauerhaft schlechter bezahlt wirst als vergleichbare Festangestellte. Gleichzeitig erlaubt es den Tarifpartnern, eigene Vereinbarungen zu treffen. Diese Tarifverträge können von den gesetzlichen Vorgaben abweichen und regeln die Vergütung oft detaillierter.

Für dich als Zeitarbeitnehmer ist das Thema wichtig, weil es direkt dein Portemonnaie betrifft. Du solltest verstehen, nach welchen Regeln dein Lohn berechnet wird und welche Ansprüche du hast. Die Zeitarbeitsbranche hat mit fast 90 Prozent eine der höchsten Tarifbindungen in Deutschland, was bedeutet, dass die meisten Arbeitsverhältnisse durch Tarifverträge geregelt sind.

Wie funktioniert das Equal-Pay-Prinzip bei der Zeitarbeit?

Das Equal-Pay-Prinzip besagt, dass du nach einer bestimmten Zeit den gleichen Lohn wie vergleichbare Stammmitarbeiter im Einsatzbetrieb erhalten musst. Die gesetzliche Frist beträgt neun Monate. Das bedeutet: Spätestens nach neun Monaten Einsatz beim gleichen Kunden hast du Anspruch auf die gleiche Vergütung wie die Festangestellten dort, die eine vergleichbare Tätigkeit ausüben.

Allerdings gibt es Ausnahmen durch Tarifverträge. Die Tarifpartner der Zeitarbeitsbranche können andere Regelungen vereinbaren, die vom gesetzlichen Equal Pay abweichen. In der Praxis bedeutet das, dass viele Zeitarbeitsfirmen tarifgebunden sind und die tariflichen Lohngruppen anwenden, statt direkt den Lohn der Stammbelegschaft zu zahlen.

Ein praktisches Beispiel: Du arbeitest als Produktionshelfer über eine Zeitarbeitsfirma in einem Logistikunternehmen. Die Festangestellten dort verdienen 18 Euro pro Stunde. Wenn deine Zeitarbeitsfirma tarifgebunden ist, erhältst du möglicherweise ein tariflich festgelegtes Gehalt, das niedriger sein kann. Ohne Tarifbindung müsstest du nach neun Monaten die gleichen 18 Euro pro Stunde bekommen.

Wichtig zu wissen: Die Neun-Monats-Frist beginnt bei jedem neuen Einsatz von vorne, wenn du bei einem anderen Kunden eingesetzt wirst. Bei einem längeren Einsatz beim gleichen Kunden greift das Equal Pay automatisch, sofern keine tariflichen Sonderregelungen gelten.

Karriere bei FTT

Zeitarbeit auf See und an Land.

Maritime und industrielle Stellen in Emden und Bremerhaven. Jetzt alle Angebote ansehen.

Alle Stellenangebote ansehen

Welche Rolle spielen Tarifverträge bei der Lohngestaltung?

Tarifverträge haben in der Zeitarbeit eine zentrale Bedeutung. Sie regeln nicht nur die Grundvergütung, sondern auch Zuschläge, Arbeitszeiten und viele weitere Arbeitsbedingungen. Die wichtigsten Tarifwerke in der Branche stammen vom Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP), die jeweils mit der Tarifgemeinschaft des DGB verhandeln.

Die Tarifverträge teilen die Tätigkeiten in verschiedene Lohngruppen ein. Je nach Qualifikation und Aufgabenbereich wirst du einer bestimmten Gruppe zugeordnet, die dein Grundgehalt festlegt. Beispielsweise gibt es Gruppen für ungelernte Helfer, für Facharbeiter und für spezialisierte Tätigkeiten. Die BAP-Tarifverträge sehen zum Beispiel unterschiedliche Entgeltgruppen vor, die sich nach der Tätigkeit und der erforderlichen Qualifikation richten.

Seit 2012 gibt es in der Zeitarbeit einen branchenspezifischen Mindestlohn, der durch Tarifvertrag festgelegt und für allgemeinverbindlich erklärt wurde. Dieser liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn und wird regelmäßig angepasst. Die Tarifvertragsparteien schlagen dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales vor, diese Lohnuntergrenze verbindlich festzusetzen.

Für dich bedeutet das: Wenn deine Zeitarbeitsfirma tarifgebunden ist, gelten diese Regelungen automatisch. Du hast dann Anspruch auf die tariflichen Löhne deiner Lohngruppe, inklusive aller Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, die im Tarifvertrag festgelegt sind.

Gibt es eine gesetzliche Obergrenze für den Lohn in der Zeitarbeit?

Nein, es gibt keine gesetzliche Obergrenze, die deinen Lohn nach oben begrenzt. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz regelt vor allem Mindeststandards und Schutzvorschriften, nicht aber eine maximale Vergütung. Du kannst also durchaus mehr verdienen als die gesetzlichen oder tariflichen Mindestbeträge vorsehen.

Die oft verwendete Bezeichnung „Deckelung“ bezieht sich eher auf die Regelungen zum Equal Pay und zu den Tarifverträgen. Diese legen fest, wie dein Lohn berechnet wird, aber sie verhindern nicht, dass du mehr verdienst. Wenn du gut verhandelst oder über gefragte Qualifikationen verfügst, kann dein Arbeitgeber dir ein höheres Gehalt zahlen.

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz enthält verschiedene Regelungen, die deine Position stärken sollen. Dazu gehört das Gleichbehandlungsgebot, das sicherstellt, dass du nach einer bestimmten Zeit die gleichen wesentlichen Arbeitsbedingungen wie vergleichbare Stammmitarbeiter erhältst. Es gibt aber auch eine Tarifvorbehaltklausel, die es den Sozialpartnern erlaubt, eigene Regelungen zu treffen.

In der Praxis bedeutet das: Dein Lohn orientiert sich entweder am tariflichen Gehalt deiner Lohngruppe oder am Lohn der Stammbelegschaft im Einsatzbetrieb, je nachdem, welche Regelung für dich günstiger ist und greift. Nach oben gibt es keine Begrenzung, sodass individuelle Vereinbarungen zwischen dir und deiner Zeitarbeitsfirma durchaus möglich sind.

Was kannst du tun, wenn du denkst, dass dein Lohn zu niedrig ist?

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Vergütung nicht stimmt, solltest du aktiv werden. Du hast verschiedene Möglichkeiten, deine Situation zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern. Der erste Schritt ist immer, deine Lohnabrechnung genau anzuschauen und mit deinem Arbeitsvertrag zu vergleichen.

Du hast ein Auskunftsrecht gegenüber deinem Arbeitgeber. Du kannst nachfragen, nach welchem Tarifvertrag du bezahlt wirst und in welche Lohngruppe du eingestuft bist. Dein Arbeitgeber muss dir diese Informationen geben. Außerdem kannst du dich erkundigen, wie die Stammmitarbeiter im Einsatzbetrieb bei vergleichbarer Tätigkeit bezahlt werden, besonders wenn du schon länger als neun Monate dort arbeitest.

Praktische Schritte, die du unternehmen kannst:

  • Sprich mit deinem Ansprechpartner in der Zeitarbeitsfirma und bitte um eine Erklärung deiner Lohnabrechnung
  • Vergleiche dein Gehalt mit den geltenden Tarifverträgen, die du online einsehen kannst
  • Wende dich an die zuständige Gewerkschaft, die dich kostenlos beraten kann
  • Wende dich an einen spezialisierten Personaldienstleister wie FTT Personnel, der maritime Tarifverträge kennt und dir transparent erklärt, was dir zusteht
  • Nutze den Betriebsrat, falls es einen gibt, entweder bei deiner Zeitarbeitsfirma oder im Einsatzbetrieb
  • Dokumentiere deine Arbeitszeiten und Zuschläge, um Unstimmigkeiten nachweisen zu können

Wenn du zu einem Gehaltsgespräch gehst, bereite dich gut vor. Sammle Argumente, warum du mehr verdienen solltest: besondere Qualifikationen, zusätzliche Verantwortung oder Vergleichswerte aus der Branche. Viele Zeitarbeitsfirmen sind durchaus bereit, über individuelle Lösungen zu sprechen, besonders wenn du zuverlässig bist und gute Arbeit leistest.

Falls du keine Einigung erzielen kannst und sicher bist, dass dir mehr zusteht, kannst du dich auch an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden. Viele bieten eine kostenlose Erstberatung an. In manchen Fällen übernimmt auch eine Rechtsschutzversicherung die Kosten.

Die Zeitarbeitsbranche ist stark reguliert und die meisten Unternehmen halten sich an die Vorgaben. Trotzdem lohnt es sich, deine Rechte zu kennen und einen Partner zu haben, der sie kennt. FTT Personnel vermittelt seit 2004 maritime und industrielle Fachkräfte von Emden und Bremerhaven aus. Wir kennen die Tarifverträge der Branche, erklären dir genau was dir zusteht und zahlen es auch. Schau dir unsere offenen Stellen an oder sprich uns direkt an.